Musik erleben. Musik vermitteln.

Wir planen, vorbehaltlich der Mittelfreigabe, eine erneute Erprobung unseres Studienangebotes ab Mitte 2018. Eine neuer Durchgang der Weiterbildung wird mit anderen Schwerpunkten durchgeführt.

Ob Orchestermusiker_in, Sänger_in oder Mitglied eines freischaffenden Ensembles: Musikvermittlung gehört zunehmend zum Alltag aller Berufsmusiker_innen.

Wie „vermittle“ ich Musik? Wie gebe ich einen spannenden, anschaulichen Einblick in den Berufsalltag eines Musikers? Und wie lasse ich den Funken überspringen, wenn ich nicht nur von Musik erzählen, sondern gemeinsam mit Kindern, Jugendlichen, Geflüchteten oder Sponsoren musizieren will? Wer unterstützt mich dabei, und wie vernetze ich mich mit Schulen, Behörden oder Stiftungen?

All das wird in dieser Weiterbildung erlernt, inklusive der Entwicklung und Umsetzung eigener Projekte. Den Ausgangspunkt dafür bilden die eigenen künstlerischen Fähigkeiten und das jeweilige berufliche Umfeld.

 

Musiker_innen als Botschafter_innen in eigener Sache

Aktive Musiker_innen, die man auf der Bühne oder in den Konzertsälen erleben kann, können in der Musikvermittlung einen lebendigen, authentischen Eindruck von ihrem Alltag vermitteln und ihre individuelle Begeisterung für Musik und ihren Beruf erlebbar machen. So kann man als Musiker_in andere dazu motivieren, Konzerte und Vorstellungen zu besuchen, ein Instrument zu erlernen und z.B. eine professionelle Berufslaufbahn an einem Theater zu starten.

Viele Musiker_innen erkennen während vielfältiger Education-Tätigkeiten ihr kreatives Potential in diesem Bereich. Während im Berufsalltag oft klar geregelt ist, welche Werke auf welche Weise, in welcher Kleidung und an welchem Ort zu musizieren sind, kann man hier selbst konzipieren, kreativ und eigenständig gestalten sowie spartenübergreifend agieren. Durch den unmittelbaren Kontakt bietet sich für Musiker_innen zudem die Möglichkeit zum Dialog und Austausch mit ihrem Publikum, aber auch mit Menschen aller Altersstufen, die noch nie ein Konzert besucht haben. Neue Konzert- und Vermittlungsformate können und sollen dadurch entstehen.

 

Weiterbildung – wozu?

Musikvermittlung ist zwar Teil des Berufsalltages, war und ist aber nur an wenigen Hochschulen auch Teil der Ausbildung. Auch Weiterbildungen innerhalb der Orchester zu diesem Thema finden vielerorts nur als Einzelveranstaltung bzw. kurze Workshops statt, ohne die Möglichkeit, später erneut auf eine professionelle Beratung zurückgreifen zu können.

Die Weiterbildung “Musik erleben. Musik vermitteln” kommt dem Wunsch vieler Musiker_innen nach, in der Musikvermittlung ebenso professionell und vielseitig agieren zu können wie auf dem Konzertpodium. Zusätzlich zu theoretischen und praktischen Grundlagen beschäftigt sie sich auch mit Themen wie der Vernetzung und Verortung von Aktivitäten zur Musikvermittlung im beruflichen Umfeld oder zur Honorierung/Finanzierung dieser Tätigkeiten.

Durch ihre kontinuierlich angelegte Struktur bietet die Weiterbildung die Möglichkeit, auftretende Fragen aus dem eigenen beruflichen Kontext einzubringen und sie dort mit professioneller und nachhaltiger Unterstützung zu beantworten.

 

Musikvermittlung – aber wie?

Kita- und Grundschulbesuche, Schulprojekte, eine kleine Rolle in einem Familienkonzert oder ein kurzer, moderierter Auftritt vor dem Freundeskreis des eigenen Orchesters gehören mittlerweile zum Berufsalltag vieler Musiker_innen. Dies für sich selbst und die Zuhörer_innen abwechslungsreich, individuell und mit professionellem künstlerischem Anspruch zu gestalten, soll hier erlernt werden. Was sind meine Ziele und wie erreiche ich diese? Wieviel Zeit zur Vorbereitung und welche Materialien brauche ich dafür? Wen binde ich bei der Planung ein? Wie verorte ich diese Angebote erfolgreich in meinem beruflichen Kontext?

Monatliche Workshops u.a. mit renommierten Gastdozent_innen wechseln sich ab mit Selbstlernphasen, in denen die Teilnehmer_innen z.B. erste kleinere Formate entwickeln und entweder bei einem der Projektpartner oder in ihrem eigenen beruflichen oder privaten Umfeld umsetzen und erproben können. Die Weiterbildung ermöglicht den Austausch über diese Erfahrungen mit den Dozent_innen sowie den anderen Weiterbildungsteilnehmer_innen. Individuelles Coaching dient zur Vertiefung bzw. Erweiterung gemäß den eigenen Vorstellungen.

Besonderen Wert legen wir auf die Umsetzung von eigenen Ideen, Wünschen und Projekten. Je nach individuellen Vorstellungen kann dies z.B. von kleineren Rollen in einem Familienkonzert oder einer Aktion beim Tag der offenen Tür reichen über Projekte mit geflüchteten Kindern bis hin zu Schulprojekten in Kooperation mit der Tanzabteilung. Auch hierbei bekommen die Weiterbildungsteilnehmer_innen professionelle Begleitung und Unterstützung nach individuellen Absprachen.

 

Die Kursinhalte im Überblick

  • Grundlagen der Musikvermittlung und Konzertpädagogik in Theorie und Praxis
  • Musikalische Arbeit mit Gruppen: Musizieren, Anleitung verschiedener Zielgruppen
  • Percussion, Bodypercussion, Elementares Instrumentalspiel
  • Bewegungsgestaltung
  • Improvisation, Improvisationsorchester
  • Stimmbildung, Sprechtraining, Moderation
  • Individuelle Beratung/Begleitung
  • Konzeption und Umsetzung eigener Projekte
  • diverse Hospitationen und Praxisangebote nach individuellen Terminabsprachen
  • Networking, Aufbau von Strukturen
  • Fragen zu Inklusion und Integration
  • Einführung in Pressearbeit

 

Wichtig: die Einbindung des beruflichen Umfeldes

Als Ausgangspunkt dient das eigene Berufsumfeld mit seinen bereits bestehenden Angeboten und Formaten. Dieses soll in die Weiterbildung eingebunden und für Projektarbeit genutzt werden. Einige Musiker_innen sind in der Musikvermittlung für alle anfallenden Tätigkeiten selbst verantwortlich, anderen steht ein breiter Pool an potentiellen Unterstützer_innen, Mitspieler_innen sowie eine professionelle Infrastruktur inklusive Theater/Konzertpädagogikabteilung, Sekretariat, Presseabteilung usw. zur Verfügung. Diese können sowohl während der Weiterbildung als auch bei der späteren Umsetzung eigener Projekte wertvolle Unterstützung bieten.

 

Dozent_innen

Prof. Dr. Barbara Stiller, Rose Eickelberg, Johanna Schönbeck, weitere Dozent_innen der Hochschule für Künste Bremen, renommierte Gastdozent_innen

 

Wer kann teilnehmen?

Angesprochen sind Musiker_innen aus den großen Kulturinstitutionen und Theatern ebenso wie Kirchenmusiker_innen, Dirigent_innen, Komponist_Innen oder freischaffende Musiker_innen.

Voraussetzung zur Teilnahme ist ein künstlerischer Studienabschluss. Eine unbefristete Stelle in einem professionellen Berufsorchester/Chor bzw. Ensemble kann auf Antrag statt eines Studienabschlusses anerkannt werden. Anhand der eingehenden Bewerbungen wird eine Auswahl von max. 25 Teilnehmer_innen getroffen.

 

Termine und Strukturen

Der zweite Durchgang der Weiterbildung ist abgeschlossen. Eine Fortsetzung ist, vorbehaltlich der Mittelfreigabe, in Planung.

 

Kontakt

Hochschule für Künste Bremen
Institut für musikalische Bildung in der Kindheit
Johanna Schönbeck
Dechanatstr. 13-15
28195 Bremen
Tel. 0421-9595-1633
imbik@hfk-bremen.de