Aktuelles

Projekt mit Studierenden: „Materialbox 0–3“ für die Musizierpraxis mit Kindern bis 3 Jahre entwickelt

Im Rahmen eines Lehrpraxis-Projektes mit Studierenden der Elementaren Musikpädagogik sind unter Leitung von Prof. Dr. Barbara Stiller leicht zugängliche Anregungen für die Musizierpraxis mit Kindern von 0–3 Jahren entstanden.

Die (leider nicht zu erwerbende) „Materialbox 0–3“ besteht aus 41 Arbeitsblättern, gefalzt auf ein Karteikarten-Format, mit sieben Themengebieten, wie „Tiere“/„Alltag“/„Ritual“. Die Box eignet sich für viele Anlässe im Krippen-Alltag und kann in musikpädagogischen Fortbildungen pädagogischer Fachkräfte zum Einsatz kommen. Material für Eltern mit Kindern in dem Alter sind zahlreich vorhanden, Angebote für Fachkräfte, die mit dieser Altersgruppe arbeiten, wurden jedoch kaum entwickelt.

September 2019: Feierliche Zertifikatsübergabe in der berufsbegleitenden Weiterbildung „Musik bewegt Kinder“

Nach dem erfolgreichen Ablegen ihrer Prüfungen überreichte Konrektor Prof. Martin Classen den 25 Absolventinnen und Absolventen der Weiterbildung „Musik bewegt Kinder“ am 26. September ihre Zertifikate.

Ein Jahr lang suchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Berufszweigen jeden zweiten Donnerstag und an einem Wochenende pro Monat die Hochschule für Künste Bremen auf, um sich auf künstlerisch-akademischem Niveau die notwendigen Kompetenzen  für die musikalische Arbeit mit Kindern in Grundschulen, Kitas und therapeutischen Gesundheitsberufen anzueignen.

Die Inhalte der Weiterbildung vom Instrumentalunterricht bis zum eigenen Projekt

Ein Schwerpunkt des Angebotes lag auf der Weiterentwicklung der eigenen musikpraktischen Fertigkeiten und deren unmittelbarer Anwendung im beruflichen Kontext. So haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Kleingruppen Stimmbildungs- und Instrumentalunterricht erhalten und das Gelernte in selbst entwickelten musikpädagogischen Projekten umgesetzt. Neben der Vermittlung didaktischer Methoden des elementaren Musizierens mit Kindern standen dabei künstlerische Ausdrucksformen auf dem Lehrplan, welche unter anderem mit musikpädagogischem und musiktheoretischem Wissen vervollständigt wurden.

Außer den Dozent_innen standen den Teilnehmenden zahlreiche Coaches der Elementaren  Musikpädagogik zur Seite. Zusätzlich zu den regelmäßigen Lehrveranstaltungen erfolgte eine vertiefte Auseinandersetzung mit spezifischen Themen wie etwa Musik in transkulturellen oder inklusiven Zusammenhängen.  Hospitationen regten dazu an, Einblicke in alternative Bereiche musikpädagogischen Arbeitens in angrenzenden Professionen zu erhalten und den eigenen beruflichen Horizont zu erweitern.

Entwicklung neuer Formate: Das Projekt geht in die abschließende Phase

Mit der Zertifikatsübergabe im Kammermusiksaal endete zugleich die Erprobungsphase im laufenden Projekt LLLmuBi, das durch eine Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ermöglicht wird und die Entwicklung von weiterbildenden Studienformationen zum Ziel hat. Die Konzeption und Umsetzung dieser Pilotierung geht zu großen Teilen auf Prof. Catrin Smorra zurück, für die der Abschluss der Weiterbildung zugleich der Abschied aus dem Projekt bedeutet, um eine Professur an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover anzutreten.

Das Projekt-Team um Prof. Dr. Barbara Stiller steht nun vor der Aufgabe, in der verbleibenden Projektlaufzeit die gewonnenen Erkenntnisse aufzubereiten, um ab Herbst 2020 Formate künstlerisch-wissenschaftlicher Weiterbildung im Bereich der musikalisch-kulturellen Bildung und Kulturvermittlung an der Hochschule für Künste Bremen anzubieten.

Dezember 2017: Mit Forschungsantrag erfolgreich, zweite Förderphase erreicht: HfK Bremen arbeitet an berufsbegleitendem Weiterbildungsstudiengang „Musik bewegt Kinder“

Projekt zum Lebenslangen Lernen weiter durch Bund-Länder-Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ gefördert

Das Forschungsprojekt „Lebenslanges Lernen in der musikalischen Bildung“ hat die zweite Förderphase im Bund-Länder-Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ erreicht. Bis 2020 erhält das Institut für musikalische Bildung in der Kindheit (ImBiK) an der Hochschule für Künste Bremen rund 650.000 Euro weitere Fördermittel vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Damit rückt die HfK Bremen dem Ziel näher, neue weiterbildende Studienprogramme für den Bereich der musikalisch-kulturellen Bildung zu entwickeln und sich neuen Zielgruppen zu öffnen. Wie solche Formate ausgestaltet sein müssten, wird bereits in dem Weiterbildungsprogramm „Musik bewegt Kinder“ für pädagogische Fachkräfte erprobt.

„Während sich die erste Förderphase seit 2014 auf die Entwicklung, Erprobung und Evaluation eines Weiterbildungsstudienganges konzentrierte, ermöglicht uns der zweite Zuspruch, die künstlerischen und musikpädagogischen Inhalte auszudifferenzieren und die administrativen Grundlagen zur Einführung eines Masterstudiengangs zu entwickeln“, sagt Prof. Dr. Barbara Stiller, Projektleiterin und Leiterin des ImbiK.

Bedarf an qualifiziertem pädagogischen Personal steigt

Mit weiterbildenden Studienformaten würde sich die Hochschule für Künste nicht-traditionellen Zielgruppen öffnen und maßgeblich dazu beitragen, die kulturelle Teilhabe in Bremen und der Region zu stärken, unterschiedliche Berufsfelder an musikalisch-kulturelle Bildung heranzuführen und somit insgesamt mehr Menschen einen Zugang zu Musik zu ermöglichen, wie Barbara Stiller erklärt:

„Seit der Antragstellung des Projektes im Jahr 2014 ist der Bedarf an musikpädagogisch qualifiziertem Personal in Kindertagesstätten und Grundschulen noch stärker gestiegen. Hintergrund ist die zunehmende Vielfalt in Sprache, Herkunft oder Sozialisation der Kinder in den Einrichtungen, die eine besondere Herausforderung darstellt. Musik unterstützt durch ihre integrative Fähigkeit pädagogische Fachkräfte in ihrer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.“

Vorreiterrolle unter den Musikhochschulen

Als eine der ersten künstlerischen Hochschulen Deutschlands nimmt sich die HfK Bremen der Entwicklung eines weiterbildenden Masterstudiengangs für kulturelle Bildung im Fach Musik an. Sie greift damit nicht nur gesamtgesellschaftliche Entwicklungen auf, sondern begegnet auch dem Fachkräftemangel in diesem Bereich, wie HfK-Rektor Prof. Roland Lambrette unterstreicht:

„Wir als Hochschule – allen voran die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem wichtigen Projekt – leisten mit diesem Vorhaben einen wertvollen Beitrag zur Etablierung von Lebenslangem Lernen – ein Bereich, der nicht nur für Bremen als Standort, sondern für die gesamte Gesellschaft immer wichtiger wird und nach bedarfsorientieren Modellen zur frühen musikalischen Bildung sucht. Wir sind auf einem guten Weg, die Hochschule für weitere Zielgruppen zu öffnen und ermutigen die Politik, uns in der Umsetzung zu unterstützen: Eine aus öffentlichen Mitteln bezuschusste Weiterbildung, die wir für diese – in der Regel oftmals einkommensschwachen Zielgruppe – anbieten können, wäre wünschenswert.“

Ein Master für beruflich Qualifizierte soll entstehen

Die weitere Förderung des BMBF ermöglicht nun die Fokussierung auf die Weiterentwicklung und Verstetigung der Angebote. Auf formal rechtlicher Ebene steht die Erstellung von Ordnungen für den Studiengang sowie für die Zulassung und Anrechnung im Zentrum. Im Zuge einer weiteren praktischen Erprobung werden nun verstärkt performative Prüfungsformate und mediengestützte Lehr-und Lernmaterialien entwickelt und eingesetzt sowie Kooperationspartner aufseiten von Arbeitgebern und Berufsverbänden gesucht.

„Das Gerüst, das wir mit all dem schaffen, kann als Blaupause für andere dienen – mit einem solchen Modell sind wir Vorreiter unter den Musikhochschulen“, sagt Barbara Stiller.

HfK Bremen ist Offene Hochschule – Über das Projekt

Der Zuspruch für das Projekt „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ in der Gesamthöhe von 1,25 Millionen Euro ermöglicht dem Institut für musikalische Bildung in der Kindheit seit drei Jahren, ein Zertifikatsstudium für pädagogische Fachkräfte zu konzipieren und zu erproben. Seit Projektstart konnten sich rund 25 Absolventinnen und Absolventen der Weiterbildung – darunter beispielsweise Grund- und Berufsschullehrerinnen, Heilpädagoginnen oder pädagogische Fachkräfte aus Kindertagesstätten – unter anderem in den Bereichen elementare Musikpraxis, Musikdidaktik, musikbezogene Wahrnehmungsförderung, Musik und Bewegung oder Singen mit Kindern weiter qualifizieren, eigene Projekte erarbeiten und dieses neue Wissen theoretisch fundiert in ihren Berufsalltag integrieren.

Weitere Informationen zum Bund-Länder-Wettbewerb „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“: https://www.wettbewerb-offene-hochschulen-bmbf.de/