Transfer

Akademische Weiterbildung wird getragen von Austauschbeziehungen zwischen Hochschule und Berufspraxis, die im Institut für musikalische Bildung in der Kindheit auf vielseitige Weise gelebt werden:

Durchlässigkeit zur Berufswelt

Als Trägerinstitution von Weiterbildungslehre am Fachbereich Musik gründet das Selbstverständnis des ImBiK auf einem starken Transferbegriff, der integraler Bestandteil seiner Arbeiten und der in ihm angesiedelten Projekte ist. Gegenwärtig steht die Entwicklung von Formaten wissenschaftlicher Weiterbildung im Zentrum, die Bildungsprozesse von Berufstätigen als Lernende in den Mittelpunkt stellen, von ihren Bedarfen im Bereich der frühen musikalischen Bildung mit Kindern von 0 bis 10 ausgehen und auf die Schaffung adäquater Rahmenbedingungen abzielen.

Weiterbildung lebt von Wissensaustausch zwischen Individuen, was eine praxisinformierte Ausgestaltung von Lehrinhalten notwendig macht. Daraus resultiert insbesondere für die Weiterbildungslehre der Anspruch einer partizipativ gestalteten Weiterentwicklung vorhandener Kompetenzen aufseiten der Teilnehmenden durch die Vertiefung von Methoden- und Vermittlungswissen sowie ein Verständnis von Lernenden als potenzielle MultiplikatorInnen.

Durchlässigkeit zu bildungspolitischen Fragen

Neben der systematischen Übersetzung von außerwissenschaftlich generierten Fragestellungen und der Stärkung künstlerisch-ästhetischer, musikalischer und kultureller Elemente in Kindergärten und Schulen erlangt die Transferhaltung des Instituts Relevanz über die konsequente Mitberücksichtigung sozial- und bildungspolitischer Zielsetzungen, was zum Beispiel in Bezug auf die landespolitischen Bemühungen um eine Bedarfsdeckung im Mangelfach Musik an Grundschulen ersichtlich wird. Das Transferverständnis des Instituts reicht folglich über die Verbesserung einer Beschäftigungsfähigkeit, einer Akademisierung kindheitspädagogischer Berufsfelder oder einem Wissenstransfer aus der Institution Hochschule in die Berufswelt hinaus und ist angesichts sich wandelnder Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Idee des Lebenslangen Lernens verschrieben.

Durchlässigkeit zwischen beruflicher und hochschulischer Bildung meint daher neben der Gestaltung von Zugängen für beruflich Qualifizierte auch, die Hochschule für Belange der Berufswelt empfänglich auszurichten. Dies fußt zum einen auf der Erkenntnis, dass Fragestellungen der Berufspraxis einen fruchtbaren Ausgangspunkt für die Konzeption anwendungsorientierter, musikpädagogischer Qualifizierungsangebote darstellen. Zum anderen sind im Aufgreifen von Praxiswissen und dem Einbezug der Praxis als Lernort maßgebliche Faktoren einer erfolgreichen und nachhaltig wirksamen Kompetenzvermittlung zu sehen.

Durchlässigkeit zu aktuellen Forschungsfragen

Parallel zu den Weiterbildungsaktivitäten adressiert die Forschung des Instituts die Gelingensbedingungen einer transferorientierten Verzahnung von Theorie und Praxis. Sie geht der Frage nach, wie sich hochschulische und berufliche Wissens- und Erfahrungswelten im Feld einer nachhaltigen musikalischen Bildung miteinander verknüpfen lassen. Auf dieser Grundlagen möchte das Institut für musikalische Bildung in der Kindheit entsprechend seiner Möglichkeiten einen Teil zur Entwicklung eines kohärenten Gesamtkonzepts beitragen, das Transferaktivitäten auf institutioneller Ebene strategisch und für neue Kooperationen anschlussfähig koordiniert, um die zahlreichen an der Hochschule für Künste Bremen vorhandenen Transferpotenziale stärker auszuschöpfen und auf diesem Wege die Bildungslandschaft im Land Bremen und seine kulturelle Vielfalt gezielt zu stärken.